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WO WIR SIND

Afrikable konzentriert seine Arbeit auf Lamu, einer Insel im Norden Kenias, die zum Horn von Afrika gehört.

Sie hat etwa 10 000 Einwohner, es kommen jedoch viele Menschen hinzu, die aus anderen Teilen des Landes vor schwerer Dürre und Hungersnöten fliehen, die das Horn von Afrika beeinträchtigen. Das brachte einen immensen Preisanstieg essentieller Waren mit sich sowie einen Zustrom von Flüchtlingen, die, in der Hoffnung auf bessere Chancen, nach Lamu kommen.

Die Insel leidet unter großen Problemen: mehr als 30 % der Bevölkerung (vor allem Kinder) sind unterernährt, mehr als 65 % der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze (mit weniger als 2 Dollar Einkommen pro Tag), ein Drittel der Bevölkerung kann die Schule nicht besuchen... Besonders die Frauen sind davon betroffen, da sie extrem verwundbar sind und in einer von sozialer, politischer und finanzieller Ausgrenzung geprägten Realität leben.

Sozioökonomische Informationen

Situation der Frau

Laut dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) liegt der Index geschlechtsbezogener Ungleichheiten in Kenia bei 0,627, damit zählt es weltweit zu den 12 Ländern mit den größten geschlechtsbedingten Ungleichheiten. Diese Ziffer wäre noch größer, wenn man das Küstengebiet unabhängig vom Rest des Landes betrachten würde.

In Kenia muss zwischen zwei verschiedenen Gebieten des Landes unterschieden werden. Auf der einen Seite ist das Landesinnere, vorwiegend christlich geprägt, wo mehr als siebzig verschiedene Stammesgruppen zusammenleben, von denen die Kikuyu und die Luo den Großteil ausmachen. Auf der anderen Seite ist das Küstengebiet, vorwiegend muslimisch geprägt, wo hauptsächlich die Swahili leben.

Die Swahili-Frauen, neben den Frauen der Maasai- und Orma-Stämmen, leiden unter den größten Ungleichheiten.

Auf Lamu macht sich die Präsenz, oder besser gesagt, die Abwesenheit der Frau an jedem Ort bemerkbar. Ihre Hauptaufgabe ist es, sich um die Kinder (durchschnittlich 6 pro Frau) zu kümmern, was ihr den Zugang zum Arbeitsmarkt erheblich erschwert.

Bildung

2005 lag die Investition in die Bildung bei 6,7 % des BIP, wodurch Kenia eines der afrikanischen Länder war, die mit Abstand am meisten in die Bildung investierten. Heute ist diese Zahl auf 4,3 % gesunken.

Auf Lamu sieht die Realität noch düsterer aus: Für gewöhnlich erhalten die Schulen die finanziellen Mittel, die ihnen von der Regierung zugeteilt werden, nicht rechtzeitig. In dieser Situation sieht sich die Schulleitung gezwungen, die Eltern der Schüler um finanzielle Mithilfe zu bitten; viele dieser Eltern können aber nicht einmal den Mindestbeitrag bezahlen und müssen deshalb ihre Kinder von der Schule nehmen. Daraus resultiert, dass nicht mal ein Drittel der Schüler im schulfähigen Alter die Schule besuchen kann. Von den zwei Dritteln, die zur Schule gehen können, besucht nur die Hälfte die Sekundarschule und nur wenige können es sich erlauben, an der Universität zu studieren.

Die Alphabetisierungsrate unter den Erwachsenen in Kenia liegt bei 73,6 %. Die Mehrheit der erwachsenen Analphabeten auf Lamu sind Frauen.

Gesundheit

Die Lebenserwartung in Kenia liegt nach dem letzten Bericht des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) bei 57 Jahren, auch wenn diese Zahl im Hinblick auf den Gesundheitszustand auf 48 Jahre sinkt. In die Gesundheit, im Gegensatz zur Bildung, wird sehr wenig investiert: nur 1,8 % des BIP. Unterernährung stellt eines der größten Probleme dar, mehr als 30 % der Bevölkerung Kenias leidet darunter.

Krankheiten, die bei der Bevölkerung Lamus am häufigsten auftreten, insbesondere bei Kindern, sind Unterernährung, infektiöse Atemwegserkrankungen (Lungenentzündung, Tuberkulose etc...) und Malaria. Auch HIV/AIDS ist auf der Insel präsent und seine Bekämpfung Teil der Milleniums-Entwicklungsziele.

Ein großes Problem im Hinblick auf die Mutter-Kind-Gesundheit in Kenia ist außerdem: Die Müttersterblichkeit ist eine der höchsten weltweit, 530 Frauen starben im Jahr 2008, als sie im Krankenhaus ein Kind zur Welt brachten (hierbei werden Mütter, die ihr Kind zu Hause gebären, nicht mitgezählt). Nur 44 % der Geburten werden von ausgebildetem Pflegepersonal betreut, auf Lamu sind es lediglich 15 %.

Wirtschaft

Kenia gehört, laut der letzten Einstufung des UNDP, zu den Ländern mit niedrigem Entwicklungsindex. Mehr als 58 % der Bevölkerung Kenias leben unter der Armutsgrenze. Im Jahr 2007 lag der gesetzliche Mindestlohn nur knapp über 20 €. Im Jahr 2009 verdreifachte der Staat diesen auf etwa 60 € im Monat. Das ist ein großer Fortschritt, auch wenn in der Praxis diese Erhöhung bei informellen Beschäftigungen, die ohne Arbeitsvertrag ausgeübt werden, keine Anwendung findet. Die wirtschaftliche Haupteinnahmequelle Lamus ist der Fischfang, gefolgt vom Tourismus, der durch die Auseinandersetzungen im Zuge der Wahlen 2007, den Entführungen von 2011 und der Weltwirtschaftskrise stark beeinträchtigt wurde.

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ÜBER AFRIKABLE

Afrikable ist eine gemeinnützige Organisation aus Spanien, eingetragen im Nationalen Vereinsregister unter der Nummer 1/1/594088 und im Register nichtstaatlicher Entwicklungsorganisationen der Spanischen Agentur für Internationale Entwicklungszusammenarbeit („Agencia Española de Cooperación Internacional al Desarrollo“, AECID) unter der Nummer 2033.

 

In Kenia heißt unsere Organisation „Afrika Able Organization“ und ist im NGO Coordination Board von Kenia unter der Nummer 10976 verzeichnet.

WO WIR SIND

  • Lamu, Kenia.
    Madrid, Spanien
  • +34 605 722 162

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