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ZEUGENAUSSAGEN BEI DEN TRADITIONELLEN GEBURTEN JE NACH STÄMMEN

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Die Orma Geburten: Hadiram Abarufa

testimonio-maternity-hadiramHadiram gehört zum Orma Stamm und sie ist eine traditionelle Hebamme. Sie hat in ihrem Leben hunderte von Geburten begleitet.

“In unserem Stamm gebären die Frauen hockend. Ich fasse sie am Bauch an und ich fühle das Baby, wo es ist, ob es die Schädellage eingenommen hat oder nicht... wenn ich feststelle, dass es nicht die richtige Lage hat, bringe ich es durch Bauchmassagen in die richtige Position. Manchmal lässt es nicht die richtige Position bewegen, dann muss es in der Steißfußlage zur Welt kommen. In diesen Fällen ziehe ich sanft an einem Beinchen, suche das andere und dann ziehe ich beiden, bis es vollständig herauskommt”. Eine Steißgeburt ist viel komplizierter “In diesen Fällen muss ich das Baby mit einem Tuchstück kräftig hineindrücken, bis es wieder im Bauch ist und dann versuche ich es neu zu platzieren. Ich suche die Beinchen und ziehe vorsichtig... dann kommt das Baby fast von allein”.

Die Hebamme überprüft die Öffnung des Muttermunds und wenn der Zeitpunkt kommt, sitzt sie auf dem Boden mit gestreckten Beinen. “Die Mutter hockt über meinen Beinen während andere Frauen der Familie einen Stock oder ein Seil halten, damit die Mutter sich festhalten und Kraft ausüben kann. Ich führe sie, wenn sie drücken oder sie sich ausruhen muss, bis das Baby geboren ist und es sanft auf meinen Beinen fällt”.

Wenn sie sieht, dass vaginale Risse auftreten können oder wenn sie feststellt, dass das Baby im Geburtskanal Stecken bleibt, entscheidet sich die Hebamme für einen Dammschnitt. Dieser wird nach der Geburt nicht genäht. Falls eine Frau unter einem Dammriss leidet, geht sie am nächsten Tag ins Krankenhaus, um die Wunde nähen zu lassen. Das Schneideinstrument ist eine nicht sterilisierte Rasierklinge vom 2 Zoll.

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“Wir schneiden die Nabelschnur des Babys mit einem Messer ab, das wir wir im Laden kaufen. Dann binde ich es mit Gewinde ab. Zur Desinfektion kaue ich einige Heilpflanzen, deren extrahierten Saft ich dann in den Nabel des Babys spucke”.

Dann massiert sie den Bauch der Mutter, damit sie die Plazenta zu vertreibt. Beide, Mutter und Kind, werden dann gebadet. Das Baby wird im lauwarmem Wasser (nicht gekochtes Brunnenwasser) gebadet und anschließend wird mit Pflanzenöl auf dem ganzen Körper eingecremt. Die Mutter wird mit sehr heißem (fast kochendem) Wasser auf dem ganzen Körper gebadet, und im Folgenden wird eine Ganzkörpermassage mit Pflanzenöl gegeben.

 

“Sieben Tage lang kümmere ich mich um Mutter und Kind. Ich pflege sie und helfe der Mutter bei der Hausarbeit. Eine Woche später kann schon die Mutter den Haushalt machen”.

 

Die Giriama Geburten: Gertrude Charo

testimonio-maternity-gertrudeGertrude erzählt uns, dass die Giriama Mütter praktisch ohne fremde Hilfe ihre Kinder gebären. Sie betrachten die Geburt, wie es tatsächlich ist: etwas völlig Natürliches und als Teil des Zyklus des Lebens.

“Wenn der Zeitpunkt kommt, dass das Baby kommt, legen wir gebrauchte Säcke auf den Boden und setzen wir uns auf einen kleinen Hocker und lehnen uns gegen einen Stuhl oder gegen jemanden, der dahintersteht”.

Die Hebamme stellt sich mit einem gewissen Abstand der Mutter gegenüber. Die ganze Arbeit tut die Mutter allein, sie hält sich an ihren Beinen fest und presst, wenn sie merkt, dass es tun sollte.“Nach der Geburt nimmt die Hebamme das Baby in den Arm und reinigt es mit Kokosöl und einem Lappen. Das Kind wird bis zum nächsten Tag gebadet”. Die Mutter wäscht sich mit extrem heißem, fast kochendem Wasser, und trägt auf dem ganzen Körper Kokosöl auf.

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Die Giriama Mütter schneiden sich nicht den Damm ein, so dass, wenn das Kind nicht richtig zur Welt kommen kann, oder sie Erstgebärende sind, reist die Haut natürlich. “Wir nähen die Risse der Geburt. In der Nähe steht eine Schale mit Feuerglut aus der Küche, die wir auf die Wunde geben”. So helfen sie, die Verletzungen und Risse zu heilen. Die Feuerglut wird auf die abgeschnittene Nabelschnur gegeben.

“Wir haben keinen genauen Zeitraum für Bettruhe, es hängt davon ab, wann man sich stark fühlt oder, ob man Hilfe hat oder nicht. Wenn man keine Hilfe hat, musst man sogar am nächsten Tag wieder aufstehen, Wasser abholen, Holz hacken, das Essen für die Kinder zubereiten... wer wird es sonst machen?” Eine Betreuung nach der Geburt durch die Hebammen ist normalerweise nicht üblich.

 

Swahili Geburten: Maryam Azakil

testimonio-maternity-maryamDie Swahili Frauen, die eine Hausgeburt wählen, gebären im Bett. Maryam Azakil erzählt uns, dass man einen Kunststoff und das Laken legt und sich auf dem Bett legt.

“Die Hebammen massieren den Bauch, um das Baby auf die Geburt vorzubereiten. Nahe Verwandte begleiten einen mit ins Zimmer. Männer sind aber nie bei einer Geburt dabei".

Wenn sie einen Dammschnitt benötigen, führt die lokale Hebamme ihn durch und wenn der Riss zu groß war, gehen sie am nächsten Tag zum Arzt, damit sie genäht werden.

“Wenn das Baby das Licht der Welt erblickt, heißen wir es zum Leben mit in Wasser gedünstetem Honig willkommen, damit das Baby anfängt zu saugen. Wir bemalen ihm die Augen und die Stirn der der Wandapflanze schwarz um zu verhindern, dass ihm jemand mit dem Blick verhext”.

Nach dem die Nabelschnur abgeschnitten ist, geben wir heißes Samenöl auf dem Bauch. Der Bauch der Mutter wird ausführlich massiert, um die Plazenta loszulösen. Diese wird auf eine extra für diese Gelegenheit gekaufte Schale gelegt. Anschließend wird die Plazenta weggeworfen und der Teller wird zusammen mit verschiedenen bei der Geburt verwendeten Ölen der Hebamme als Geschenk angeboten.

Die Hebamme wäscht Mutter und Kind mit heißem Wasser und massiert sie mit Samenöl. Eine Woche lang betreut die Hebamme beide. Während dieser Woche massiert die Hebamme den Schädel des Babys mit heißem Samenöl, um dem Kopf eine runde Form zu geben. Während der Quarantäne verlassen die Mutter und das Kind das Haus nicht und kümmern sich nicht um den Haushalt. Die Familie macht währenddessen den Haushalt.

“Bis zu 40 Tage nach der Geburt schläft der Mann in einem separaten Raum. Am 39. Tag schminken wir uns mit Henna und wir bereiten uns für den nächsten Tag vor. Es ist wie Flitterwochen, denn ab diesem Tag können wir wieder gemeinsam in einem Raum schlafen”.

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Obwohl viele Swahili Frauen zu Hause gebären, entscheiden sich auch einige für das Krankenhaus. Dies ist der Fall von Maryam selbst.

“Als vor 8 Jahren meine erste Tochter geboren wurde verlief alles reibungslos. Auch meine zweite Schwangerschaft verlief gut, außer im letzten Monat litt ich an ständigem Durchfall. Ich hatte Angst, dass es Auswirkungen auf das Baby haben könnte, aber der Arzt sagte mir, ich bräuchte mir keine Sorgen zu machen. Es sei alles normal. Das Baby sei gesund. Ich hatte nie einen Ultraschall oder eine Untersuchung während der Schwangerschaft.

Eines Nachmittags spürte ich Wehen und ging zu meiner Tante ins Krankenhaus. Sie sagten mir, es würde noch lange dauern bis das Baby kommen würde. Da ich immer noch Wehen spürte, untersuchte der Arzt, die Öffnung des Muttermundes und wiederholte, es würde noch eine Weile dauern. Ich verneinte dies, da ich es fühlen konnte, dass das Baby jetzt kommen würde und ging schlafen. 15 Minuten später kam mein Sohn allein auf die Welt. Meine Tante weckte den Arzt, der kam und ohne viel Aufmerksamkeit das Baby wusch. Währenddessen kam mein zweites Kind zur Welt, wieder allein. Es war eine Überraschung, da uns der Arzt nie sagte, dass es Zwillinge sein würden. Leider starb einer von ihnen 6 Stunden später. Der Arzt übersuchte das andere Baby und er sagte mir, dass er gesund war und dass ich mir keine Sorgen machen müsste. Das andere Baby starb aber auch am nächsten Tag. Ich fühlte mich trostlos, denn niemand konnte mir sagen, warum meine Kinder starben.

Mein kleiner Sohn kam auch im Krankenhaus zur Welt. Es gab kleiner Komplikationen, aber nichts Dramatisches sagte mir der Arzt. Mein Sohn ist jetzt 5 Jahre alt, seitdem konnte ich nicht mehr schwanger werden. Ich habe schon sechsmal Fehlgeburten erlitten, alle in der zweiten Schwangerschaftswoche. Niemand kann mir sagen, was das Problem ist. Der Arzt sagte mir, dass es normal sei, Fehlgeburten zu haben aber ich weiß, dass mein Fall nicht normal ist.

Jetzt bin ich wieder schwanger aber ich fürchte, dass ich das Kind wieder verlieren werde. Sollte die Schwangerschaft fortschreiten, werde ich das Kind nicht mehr im Krankenhaus zur Welt bringen”.

 

Massai Geburt: Nailois Birisha

testimonio-maternity-nailoisNailois ist Massai, sie erzählt uns, wie bei ihrem Stamm die Kinder zur Welt gebracht werden.

Bei den Massai Geburten finden sich alle Frauen des Dorfes ein. Die Männer warten in der Regel bei der Mutter.

“In unserer Kultur ist es nicht erlaubt, während der Schwangerschaft, also ab dem dritten Monat und zwei Monate nach der Geburt, Geschlechtsverkehr zu haben. Wir glauben, dass es etwas Schmutziges ist und, dass es bei dem Baby Auswirkungen haben könnte”.

Die Massai Frauen gebären entweder im Bett oder auf dem Boden liegend, wenn sie kein Bett haben. Sie klammern sich an ihre angewinkelten Beine und folgen die Anweisungen der Hebamme. Die Hebamme massiert den Bauch, um das Baby in die optimale Position zu bringen.

Die meisten Massai Frauen werden mit 15 Jahren beschnitten. Nach Angaben der WHO kann dies später zu Zysten, Infektionen, Unfruchtbarkeit, Geburtskomplikationen und einer erhöhten Sterberate für Neugeborene führen und zusätzlich zu schweren Blutungen sowie unmittelbaren urologischen Probleme führen.

“In meiner ersten Schwangerschaft starb mein Baby ein Tag nach der Geburt. Ich weiß immer noch nicht, warum es passiert ist”.

Wenn das Baby nicht genügend Platz zur Geburt zur Verfügung hat, setzt die Hebamme einen Dammschnitt, der aber auf gar keinen Fall genäht wird. Die Wunde wird weder mit heißer Kohle verätzt, noch desinfiziert, sie heilt von allein.

Sobald das Baby geboren ist, wird die Nabelschnur mit einer nicht desinfizierten Rasierklinge abgeschnitten. Die Nabelschnur wird mit einem Faden abgebunden. und nach dem Schnitt wird der Nabel mit Feuerglut aus der Küche verödet. Das Baby wird bis zum nächsten Tag weder gereinigt noch mit Öl eingecremt. Erst, wenn es im lauwarmen Wasser mit Kinderseife gebadet wurde, wird es mit Babyöl eingecremt.

“Nach der Geburt tragen die Frauen des Stammes Paraffin auf unseren ganzen Körper auf. Sie massieren uns gründlich, um uns zu reinigen und dann wenden sie sehr heißes Wasser an. Wenn bei der Geburt alles gut gegangen ist, opfert der Mann eine Ziege. Dann bereitet man eine Brühe mit Fleisch zu, damit wir wieder zu Kräften kommen. Die Hebamme erhält als Teilzahlung ebenfalls Fleisch”.

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Die meisten Babys auf der Welt werden mit einer Fettschicht, einer sogenannten Käseschmiere eingecremt, als Vermix caseosa bezeichnet, die die Haut vor äußeren Einflüssen schützt. Wenn in der Massai-Kultur ein Baby mit dieser weißen Fettschicht geboren wird, bedeutet dies, dass Frauen nach dem dritten Monat ihrer Schwangerschaft Geschlechtsverkehr hatten. “Wenn das Baby mit dem weißen Schmutz geboren wird, bedeutet dies, dass die Frau Sexual-Verkehr gehabt hat und das Kind mit dem Sperma des Mannes gefärbt wurde. In diesen Fällen müssen die Frauen in der Gemeinschaft, die bei der Geburt angewesen sind, die Mutter als Strafe verprügeln, da sie die Gesetze verletzt hat”.

Die Hebamme kommt am nächsten Tag um zu schauen, ob alles in Ordnung ist. In den nächsten zwei Monaten macht die Massai Mutter keine großen Anstrengungen, die anderen Frauen oder die Mutter des Mannes sind diejenigen, die ihr helfen, die für sie kochen, Holz hacken und Wasser bringen.

 

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